Iran ist laut einem Bericht der Financial Times bereit, den Krieg nur unter klaren Bedingungen zu beenden, und stellt Garantien gegen weitere Angriffe ins Zentrum. Ein dem Regime nahestehender Gesprächspartner sagt: «Iran sagt: ‹Wir brauchen eine Garantie und werden uns nicht zurückziehen, selbst wenn der Krieg ein Jahr dauert.›»
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Damit signalisiert Teheran, dass es nicht auf eine rasche Deeskalation setzt, sondern auf einen Abnutzungskrieg. Laut Diplomaten und Experten sieht die Führung den Konflikt als existenzielle Bedrohung und will ihre Abschreckung wiederherstellen. Ein Waffenstillstand komme nur in Frage, wenn die USA und Israel verbindlich zusichern, keine weiteren Angriffe zu führen.
Im Zentrum der iranischen Strategie steht die Revolutionsgarde, die weiterhin Angriffe auf US-Stützpunkte, Infrastruktur im Golf und den internationalen Schiffsverkehr koordiniert. Besonders heikel bleibt die Lage in der Strasse von Hormus: Rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports passiert diese Route. Teheran hat laut westlichen Beamten gezeigt, dass es die Passage effektiv stören kann – ein Druckmittel mit globaler Wirkung.
US-Präsident Donald Trump erklärte, er werde den Krieg beenden, «wenn ich es fühle, ich fühle es in meinen Knochen». Gleichzeitig weist Irans Aussenminister Abbas Araghtschi Berichte über Verhandlungen zurück und bezeichnet sie als «realitätsfern». Auf diplomatischer Ebene ist laut regionalen Vertretern derzeit keine Bewegung erkennbar.
Die USA und Israel haben nach eigenen Angaben Tausende Ziele angegriffen und die iranischen Kapazitäten stark reduziert. Dennoch feuert Teheran weiterhin Raketen, wenn auch in geringerem Umfang. Beobachter gehen davon aus, dass der Iran seine Ressourcen bewusst dosiert, um einen längeren Konflikt durchhalten zu können.
Ob und wann der Krieg endet, hängt damit weniger von kurzfristigen Signalen als von harten Bedingungen ab: Sicherheitsgarantien, wirtschaftliche Zugeständnisse – und die Frage, wie lange beide Seiten den Preis des Konflikts tragen können.