Massimo Lorenzi kann es nicht lassen. Wieder einmal missbraucht der Chef der Sportrubrik beim Westschweizer Fernsehen RTS seine Stellung dazu, sich in die Politik einzumischen. Lorenzi, dessen Leben grossmehrheitlich mit Zwangsgebühren finanziert wird, nutzte am Sonntagabend die beste Sendezeit, um gegen die Halbierungsinitiative Stimmung zu machen.
Als er bei der Sendung «Sport dimanche», dem welschen Pendant zum Sportpanorama, kurz das Wort bekam, um die anstehende Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele vorzustellen, beendete er den Werbeblock in eigener Sache mit dem Hinweis darauf, dass das alles nur dank der Zwangsgebühren möglich sei.
Lorenzis implizite Botschaft: Ein Ja zur Halbierungsinitiative, die die jährlichen Zwangsabgaben auf 200 Franken senken will, bedeute, dass es künftig keine Olympischen Spiele mehr zu sehen gäbe. Damit verstösst Lorenzi klar und besonders krass gegen die eigenen publizistischen Leitlinien von SRF (13.3).
Lorenzi stellt sich nicht nur in den Dienst von öffentlichen Aktionen mit politischen Zielen und äussert sich politisch in der Öffentlichkeit. Er macht das alles nicht irgendwo privat, sondern zur besten Sendezeit auf den Kanälen des zwangsfinanzierten Monopolisten, während seiner Arbeitszeit. In der Westschweiz blieb der Aufschrei über die staatlich finanzierte Politpropaganda derweil aus.
Lorenzi kann sich alles erlauben. 2023 zeigte er sich schadenfreudig über die Absage eines Weltcup-Rennens in Zermatt. Zuvor hatten Westschweizer Medien, allen voran RTS, einen Shitstorm gegen die Organisatoren losgetreten. Der Vorwurf: Mit dem Einsatz von Baggern habe man den örtlichen Gletscher kaputtgemacht. Lorenzi zur wetterbedingten Absage: «Le Karma?»
Dass damals auch der Host-Broadcaster, also die SRG, unverrichteter Dinge wieder heim musste, war Lorenzi egal. Heute gehört er selbstredend zu all jenen, die in diesen Tagen vor allem die Skirennen in den Vordergrund schieben, um die SRG-Zwangsgebühren zu rechtfertigen. Sein Klimageschwätz von gestern – längst vergessen.
Egal, wie die Abstimmung ausgeht, der Ausblick bleibt hoffnungsfroh. Lorenzi soll noch in diesem Jahr in Pension gehen – nach über 35 Jahren beim Staatsfunk. Wagt er endlich den offiziellen Schritt in die Politik? Oder geniesst er einfach die Zwangsgebühren-finanzierte Pensionskasse?