Grösser könnte der Kontrast nicht sein. Hier die irrlichternde Trampolin-Springerin mit dem schnellen Mundwerk; dort der knorrige Experte aus dem wortkargen Norden. Nirgends scheint Friedrich Merz’ Politikwende so augenfällig wie in der Aussenpolitik: Auf Annalena Baerbock folgt Johannes Wadephul.
Schön wär’s.
Gut, feministische Aussenpolitik ist von dem CDU-Mann nicht zu erwarten. Aber sonst hat er nur Lob für die Grüne.
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«Sehr klar» und «hart» sei ihre Haltung in der Ukraine-Politik. Und mit der Verankerung der Klimapolitik habe sie einen grossen neuen Punkt ins Auswärtige Amt gebracht, der bleiben sollte.
Wenn das so ist, kann er die grüne US-Lobbyistin Jennifer Morgan behalten, die die Vorgängerin installiert hat.
Denn wie schrieb Baerbock an den «lieben Johann Wadephul»: «Bei Deinem Einsatz in diesen absolut nicht einfachen Zeiten kannst Du Dich im Auswärtigen Amt auf ein Team der Extra-Klasse verlassen, das immer für mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel sorgt.»
Mit anderen Worten: Es bleibt bei Säbelrasseln und Russophobie. Und bei Deutschlands erhobenem Klima-Zeigefinger für die Welt.
Und bei einer Aussenpolitik, die haarscharf über Sandbänke hinwegschrammt.