Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei seinem Besuch in Peking das Verhältnis zu China als «beispiellos eng» bezeichnet. Im Grossen Volkssaal lobte er Staatschef Xi Jinping als «lieben Freund» – kurz vor der grössten Militärparade, die China je ausgerichtet hat.
Peking und Moskau demonstrieren Geschlossenheit. China kündigte visafreie Einreisen für Russen an, Russland will mehr Gas liefern. Xi sagte, die bilateralen Beziehungen hätten den «internationalen Wandel» überstanden. Man wolle gemeinsam eine «gerechtere Weltordnung» schaffen.
Sputnik
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Parade markiert den 80. Jahrestag der Kapitulation Japans. Neben Xi und Putin wird auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erwartet – bei seiner ersten Teilnahme an einem internationalen Gipfel. Es ist zugleich der erste Besuch eines nordkoreanischen Führers bei einer chinesischen Militärparade seit 1959.
Putin erwähnte den Ukraine-Krieg nicht explizit, verteidigte jedoch tags zuvor beim Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) Russlands Vorgehen. Xi warnte dort vor «Blockkonfrontation und westlichem Mobbing» – ohne namentlich auf die USA einzugehen.
Derweil hofft Moskau, mit Pipelinegas Richtung China die Einnahmeausfälle durch westliche Sanktionen zu kompensieren. Laut russischen Medien soll die Liefermenge langfristig auf 106 Milliarden Kubikmeter steigen – deutlich weniger als früher an die EU geliefert wurde.