Der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly hat mit einem neuen Motivwagen auf den gegen ihn laufenden Prozess in Russland reagiert. «Dieser Wagen ist unser närrischer Kommentar zu der ganzen Sache», sagte Tilly laut der Deutschen Presse-Agentur. In Moskau wird dem 62-Jährigen in Abwesenheit der Prozess wegen Verunglimpfung russischer Staatsorgane und Verletzung religiöser Gefühle gemacht.
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Auf dem Rosenmontagswagen ist ein grimmiger Wladimir Putin zu sehen, der einen kleinen Narren mit dem Schwert aufspiesst – der Winzling wehrt sich mit einer Pappklatsche. «Es ist ein Duell mit sehr ungleichen Waffen», erklärte Tilly. Seine Satire sei «nur aus Pappe, die kann nicht töten».
Tilly bezeichnete das Verfahren als «Propagandaprozess eines totalitären Regimes». Über die Anklage sei er selbst noch nicht offiziell informiert worden. «Höchstwahrscheinlich steht das Urteil gegen mich auch schon fest. Ich nehme an, es werden viele, viele Jahre Straflager sein», sagte er.
Der Künstler sieht in dem Prozess zugleich eine Bestätigung seiner Arbeit. Sie zeige, «dass Satire auch wehtut, dass Satire Sinn macht, dass Potentaten, Autokraten und Despoten tatsächlich Angst haben vor dem angstfreien Lachen der Menschen über sie.»
Der Prozess in Moskau soll am 26. Februar fortgesetzt werden.