Deutsche sollen künftig bis zum Alter von 73 Jahren arbeiten. Das empfiehlt ein Gutachten des wissenschaftlichen Beraterkreises um Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), wie die Bild-Zeitung berichtet.
Hintergrund sind die wachsenden Belastungen der Rentenkassen durch den demografischen Wandel und die schwächelnde Produktivität der deutschen Wirtschaft. «Seit Jahren stagniert die Wirtschaftsleistung, während vergleichbare Volkswirtschaften deutlich dynamischer wachsen», schreiben die Gutachter.
SEBASTIAN KAHNERT / KEYSTONE
Um das Sozialsystem zu stabilisieren und die Lasten für kommende Generationen zu begrenzen, müsse das Renteneintrittsalter dynamisch an die Lebenserwartung angepasst werden. Als Vorbild nennen die Autoren Dänemark, wo das Rentenalter bereits an die durchschnittliche Lebenserwartung gekoppelt ist und bis 2040 auf 70 Jahre steigen wird.
In Deutschland würde diese Logik nach Berechnungen des Beratergremiums bedeuten: Wer heute jung ist, arbeitet künftig bis 73. Der Ruf nach Reformen sei dringlich – ohne Anpassung drohten gravierende Verwerfungen im Sozialstaat.