Russlands Aussenminister Sergei Lawrow hat Deutschland vorgeworfen, aus historischen Rachegelüsten heraus die Ukraine zu unterstützen. In einer offiziellen Erklärung des russischen Aussenministeriums heisst es: «Die deutsche Regierung hat aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen.»
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Lawrow spielt dabei insbesondere auf den Einsatz deutscher Waffen gegen russische Streitkräfte an. Achtzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg würden erneut «massenhaft deutsche Waffen gegen russisches Gebiet» eingesetzt, heisst es aus Moskau. Die Stationierung der Bundeswehr in Litauen sei nur der Anfang – eine Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine, etwa im Rahmen einer internationalen Sicherheitstruppe, werde Russland als «legitimes Ziel» betrachten, so die Drohung.
Bundesaussenminister Johann Wadephul (CDU) wies diese Vorwürfe entschieden zurück. «Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands», sagte Wadephul. Die Bundesregierung stelle sich ihrer Geschichte, betonte er. Deutschland wisse, dass die Befreiung vom Nationalsozialismus auch Opfer in der Sowjetunion gefordert habe – darunter viele Ukrainer. «Aber wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken.»