Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat ehrgeizige Wachstumspläne: Bis 2030 soll der Jahresumsatz von derzeit 9,8 Milliarden auf 50 Milliarden Euro steigen. Vorstandschef Armin Papperger erklärte im niedersächsischen Unterlüss: «Wir wollen grösser werden und bessere Zahlen haben.» 2021 lag der Umsatz noch bei 5,7 Milliarden Euro.
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Angetrieben wird das Wachstum vor allem durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Waffen, Artillerie und Munition im Zuge des Ukraine-Kriegs. Doch auch bei einem möglichen Friedensschluss rechnet Papperger mit weiterem Auftrieb: Die Nato-Staaten wollten ihre Armeen aufrüsten, sagte er. Auch 2030 werde der Bedarf noch nicht gedeckt sein.
Geplant ist eine massive Ausweitung der Munitionsproduktion. Die Fertigung von 120-Millimeter-Panzermunition soll von 60.000 Schuss im Jahr 2022 auf 240.000 im Jahr 2027 steigen. Bei Artilleriemunition (Kaliber 155 Millimeter) ist ein Anstieg von 70.000 (2022) auf 1,5 Millionen Schuss (2030) vorgesehen. Die Produktion von Mittelkaliber-Flugabwehrmunition soll sich bis 2030 auf 4 Millionen Schuss vervierfachen.
Parallel dazu will sich Rheinmetall von seinem zivilen Automobilgeschäft trennen. «Ich glaube, wir sind bereit zum Verkauf des zivilen Geschäfts im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres», kündigte Papperger an.