Gazprom meldet wiederholte Drohnenangriffe auf Infrastruktur der Gaspipelines Turk Stream und Blue Stream in Südrussland, wie die Zeitung The Moscow Times berichtet. Der staatliche Energiekonzern erklärte, entsprechende Anlagen seien in den vergangenen zwei Wochen insgesamt zwölfmal attackiert worden.
Das Unternehmen teilte mit: «Diese Anlagen sind Teil der kritischen Energie-Infrastruktur und gewährleisten die Zuverlässigkeit der Gasexporte über die Turk-Stream- und Blue-Stream-Pipelines.» Die Angriffe seien abgewehrt worden, der Betrieb laufe weiter.
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Zuletzt sei am Mittwoch die Kompressorstation Russkaja in der Region Krasnodar Ziel eines Drohnenangriffs gewesen. Bereits am Vortag hätten Drohnen die Stationen Beregowaja und Kasatschja angegriffen, ebenfalls im Süden Russlands. Das russische Verteidigungsministerium erklärte ergänzend, die Luftabwehr habe dabei zehn Drohnen über Russkaja und vierzehn über Beregowaja abgeschossen. Ziel sei es gewesen, Gaslieferungen nach Europa zu unterbrechen. Eine Stellungnahme aus Kiew liegt bislang nicht vor.
Die Pipelines Turk Stream und Blue Stream gehören zu den letzten verbliebenen Exportwegen für russisches Pipelinegas nach Europa, nachdem andere Routen infolge des Ukraine-Kriegs weitgehend weggefallen sind. Entsprechend hoch ist ihre strategische Bedeutung für die Energieversorgung insbesondere in Südosteuropa und der Türkei.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Vorfälle als «sehr alarmierend» und verwies darauf, dass Russland die Türkei bereits vor möglichen Sabotageakten gewarnt habe. «Die Bedeutung dieser Routen für die Energiesicherheit des Kontinents ist kaum zu überschätzen», sagte er.
Auch Präsident Wladimir Putin hatte zuvor erklärt, es gebe operative Hinweise auf geplante Angriffe. Er warf der Ukraine vor, eine Eskalation zu provozieren und diplomatische Bemühungen zu unterlaufen.