Führende internationale Sportverbände, vom Internationalen Olympischen Komitee bis zu Uefa und Fifa, arbeiten daran, im Sport das Verbindende zu fördern und ausgeschlossene Einzelsportler und Mannschaften wieder international zuzulassen.
Dabei sticht eine Einseitigkeit ins Auge. Im Moment sind im Fussball nur die Russen gesperrt, die übrigen Mannschaften können frei spielen – auch diejenigen der Länder, die unter Uno-Sanktionen stehen.
Victor Caivano/AP/Keystone
Dabei muss man zwischen der rein sportlichen und einer politischen Ebene unterscheiden. Wenn Fifa-Präsident Gianni Infantino fordert, dass russische Mannschaften wieder an internationalen Wettbewerben und Turnieren teilnehmen dürfen, heisst das nicht, dass sich die Fifa nicht an Sanktionen zum Beispiel beim Zahlungsverkehr hält, der bei bestimmten Ländern eingeschränkt ist. In diesem Bereich gibt es unter anderem Sanktionen der Uno, aber auch von der EU, den USA, von Grossbritannien, Kanada, Japan oder der Schweiz. Das hängt dann nicht mit dem Sport zusammen, sondern mit der Weltpolitik.
Im Sport sollte endlich wieder der Sport zählen. Sportler und Staatsbürger sanktionierter Länder sollten nicht bestraft und in ihrer Berufsausübung behindert werden wegen politischer Dinge, für die sie nichts können. Sippenhaft gehört nicht ins 21. Jahrhundert.