In sächsischen Döbeln sorgt ein Stadtratsbeschluss für hitzige Debatten – und ungewöhnliche Argumente. Künftig sollen vor dem Rathaus dauerhaft die Flagge Sachsens und die Stadtfahne wehen. Die Deutschland-Fahne wird nur noch zu besonderen Anlässen gehisst, berichtet die Bild-Zeitung. Für die Mehrheit des Stadtrats eine pragmatische Entscheidung, für die Linke ein Affront gegen Denkmalpflege und Umwelt.
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Die Linke warnt vor Mikroplastik durch die ständige Beflaggung. «Durch den Verschleiss würden Mikropartikel in die Umwelt freigesetzt», erklärte Stadträtin Ines Stefanowsky. Regenwetter mache die Fahnen zusätzlich zum ästhetischen Problem: «Triefend» und «schlapp» seien sie kein würdiger Anblick für Hoheitszeichen. Zudem berge die Dauerbeflaggung die Gefahr, dass die Bedeutung solcher Symbole verlorengehe – ein Verstoss gegen den Ensembleschutz des Rathauses.
Der Oberbürgermeister von Döbeln, Sven Liebhauser (CDU), bleibt gelassen. Die kommunale Selbstverwaltung toleriere die Beflaggung, sagte er der Bild. Er habe im Stadtrat selbst für den Antrag gestimmt – von Mikroplastik, Gutachten oder Flaggenmoratorien keine Rede.