Nach Kritik an einer missglückten Aktion in Grönland hat der NDR einen geplanten Satirebeitrag aus der Sendung «Extra 3» gestrichen und sich öffentlich entschuldigt. Statt des vorgesehenen Films mit Comedian Maxi Schafroth wurde am Donnerstagabend eine mehrminütige Erklärung ausgestrahlt, in der sich Moderator Christian Ehring und Schafroth selbst zur Situation äusserten.
Screenshot ARD
Hintergrund war ein Dreh Ende Januar in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Schafroth hatte sich dort als vermeintlicher US-Vertreter ausgegeben, Interviews mit überraschten Passanten geführt und versucht, eine US-Flagge vor dem Kulturzentrum zu hissen. Der Beitrag sollte sich satirisch mit Donald Trumps früheren Plänen beschäftigen, Grönland zu kaufen.
Das Vorhaben kam nicht gut an. Mitarbeiter des Kulturzentrums unterbanden die Aktion, Videos verbreiteten sich in sozialen Netzwerken. Die Bürgermeisterin des Bezirks Kommuneqarfik Sermersooq, Avaaraq Olsen, sprach von einem «rücksichtslosen Verhalten» in einer Gemeinschaft, die bereits unter psychischem Druck stehe. Neben Kritik aus der Bevölkerung gab es auch ein Bussgeld für das NDR-Team.
Wie der Spiegel berichtet, räumte Schafroth ein, dass das Team «den Spieltrieb etwas übertrieben» habe. Drehs lebten zwar von Improvisation, aber man habe «sich vergriffen». Olsen habe die Entschuldigung inzwischen angenommen, was ihm «wahnsinnig wichtig» sei.
Auch Ehring zeigte sich selbstkritisch: «Wir haben den Fehler gemacht, dass wir eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist, als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA.» Und fügte hinzu: «In dem Fall muss man sagen, dass Satire und Realität eben näher beieinanderliegen als die USA und Grönland».