Die Schärfe von Paprika misst man mit der Scoville-Skala. Für Scharfmacher im Ukraine-Krieg empfiehlt sich die Estland-Skala. Kein anderes Land überzieht Russland derart gnadenlos mit Hass wie der baltische Zwergstaat.
In einem Interview mit der Bild-Zeitung hat sich der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur zu einer bemerkenswerten Bemerkung verstiegen: Er warnte vor einem Ende der Kämpfe in der Ukraine.
GEOFFROY VAN DER HASSELT / POOL / KEYSTONE
Ja, richtig gelesen. Ein Ende des Blutvergiessens scheint nicht in seinem Sinn.
Wie das? 800.000 russische Soldaten würden «nicht einfach nach Hause gehen», sondern neue Aufgaben zugeteilt bekommen – etwa eine Invasion eines Nato-Staates.
Nun leiden manche westliche Politiker unter der Autosuggestion von einem aggressiven Russland, das erst an der Kanalküste innehalten wird. Doch niemand sieht eine Waffenruhe als Gefahr.
Gegenfrage an Minister Pevkur: Wie soll das Leid denn dann ein Ende finden? Mangels Antwort bleibt nur eine Mutmassung. Ein Siegfrieden der Ukraine und die Zerschlagung Russlands. Diese Forderung hört man oft im Baltikum.
Kleiner Haken: Bevor es so weit kommt, verglüht der Globus in einem atomaren Feuersturm.