Nahe dem WM-Stadion in Guadalajara sind mindestens 500 Säcke mit menschlichen Überresten entdeckt worden. Das berichtet die spanische Tageszeitung El País unter Berufung auf lokale Ermittlungen.
Die Funde wurden demnach im Umkreis von 16 Kilometern rund um das Akron-Stadion im Bundesstaat Jalisco gemacht. In der Arena sollen während der Fussball-Weltmeisterschaft im Sommer vier Spiele stattfinden. Erste Leichensäcke stiessen Bauarbeiter bei Arbeiten in der Region auf. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass zahlreiche der Opfer im Zusammenhang mit dem seit 2006 eskalierenden Drogenkrieg stehen. Laut Amnesty International gelten in Mexiko seither über 100.000 Menschen als verschwunden.
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Jaime Aguilar von der Suchgruppe «Guerreros Buscadores de Jalisco» sagte: «In Jalisco werden Vermisste spurlos verschwinden gelassen. Man will verhindern, dass es jemand erfährt, man will alle Spuren der Verschwundenen beseitigen.» Die Region zählt zu den Hochburgen organisierter Kriminalität.
Die Gewalt eskalierte zuletzt erneut nach dem Tod des Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho». Er kam bei seiner Festnahme ums Leben. In mehreren Bundesstaaten errichteten Kartellmitglieder Strassensperren, zündeten Fahrzeuge an und griffen Geschäfte an. Bei den Gefechten starben 74 Menschen. Die Weltwoche berichtete.
Trotz der jüngsten Vorfälle zeigt sich der Weltfussballverband gelassen. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte, man beobachte die Lage genau, habe aber «vollstes Vertrauen in Mexiko, in Präsidentin Claudia Sheinbaum und die Behörden». Die WM beginnt am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko.