Deutschland stellt zehntausende Rückführungsanträge in Europa. In der Praxis scheitert jedoch der grösste Teil. 85 Prozent der sogenannten Dublin-Überstellungen kommen nicht zustande. Das zeigen Zahlen des Bundesinnenministeriums für das Jahr 2025, über die die Bild-Zeitung berichtet.
Insgesamt richtete Deutschland 35.942 Übernahmeersuchen an andere EU-Staaten. Ziel war es, Asylbewerber in jene Länder zurückzuführen, in denen sie erstmals EU-Boden betreten hatten. In 23.912 Fällen erteilten die Partnerstaaten eine Zustimmung. Tatsächlich vollzogen wurden jedoch nur 5377 Überstellungen. Das entspricht einer Erfolgsquote von rund 15 Prozent.
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Besonders auffällig ist die Bilanz bei den Mittelmeerstaaten. Italien erhielt 6229 Ersuchen aus Deutschland. Am Ende wurde eine einzige Person übernommen. Auch Griechenland bleibt deutlich unter den Erwartungen: Von 6518 Ersuchen führten nur 26 zu einer tatsächlichen Überstellung. Ähnlich tief liegen die Quoten bei Ungarn, Bulgarien und Kroatien.
Umgekehrt zeigt sich ein anderes Bild. Andere EU-Staaten stellten 16.530 Rücknahmeersuchen an Deutschland. In 4865 Fällen kam es zu einer Überstellung. Das entspricht einer Quote von 29,4 Prozent – fast doppelt so hoch wie bei den deutschen Ersuchen ins Ausland.
Das Dublin-System soll sicherstellen, dass jeder Asylantrag in der EU nur einmal geprüft wird. Hierbei ist vorgesehen, dass das Ersteinreiseland für das Verfahren zuständig ist. Die aktuellen Zahlen legen jedoch nahe, dass dieses Prinzip in der Praxis nur eingeschränkt funktioniert.