Donald Trumps Zollschocker hat ein emsiges Treiben der Diplomatie ausgelöst.
«fünfzig, sechzig, vielleicht fast siebzig Länder» seien mit der Trump-Regierung in Kontakt getreten, um tiefere Zölle auszuhandeln.
Finanzminister Scott Bessent verteidigte auf Fox News Trumps Strategie. Er zeigte sich «überrascht» über die «Art von Ungeduld, die wir bei den Kommentatoren, auf dem Markt, am Wochenende oder seit dem 2. April gesehen haben». Schliesslich sei wohl bekannt, dass der US-Präsident «besser als jeder andere darin ist, sich selbst maximalen Einfluss zu verschaffen».
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Zuerst habe Trump am 2. April das neue Zollregime vorgestellt. Dann habe er «den Ländern mehrere Tage Zeit gegen, darüber nachzudenken».
Der beste Rat für Regierungen sei, «einen kühlen Kopf zu bewahren, nicht zu eskalieren und uns ihre Angebote zu unterbreiten», so Bessent. Sie sollten Trump unterbreiten, «wie sie die Zölle senken werden, wie sie die nichttarifären Handelshemmnisse abbauen werden, wie sie ihre Währungsmanipulationen beenden werden, wie sie die subventionierte Finanzierung beenden werden, und zu einem bestimmten Zeitpunkt wird Präsident Trump bereit sein zu verhandeln».
Bessent zeigte sich zuversichtlich, «dass wir durch gute Verhandlungen die Zölle senken können». Das hänge von den Angeboten der Länder ab. Seien die Kontakte geknüpft und die Angebote auf dem Tisch, werde «Präsident Trump persönlich an diesen Verhandlungen beteiligt sein».
Auch die Schweiz klopft an im Weissen Haus. Staatssekretärin Helene Budliger weilt in Washington, D. C. Zusammen mit Botschafter Ralf Heckner versucht sie Kontakte für Gespräche vorzubereiten, um den Schweizer Standpunkt darzulegen und tiefere Zölle zu erreichen. «Dies werde nicht über Nacht möglich sein», sind Kenner der Materie überzeugt.
Über die Dauer der Zollverhandlungen sagt Finanzminister Scott Bessent folgendes: «Es wird ein arbeitsreicher April, Mai, vielleicht bis in den Juni hinein.» Vortritt haben befreundete Wirtschaftsmächte wie Japan, dessen Emissäre bereits mit Trump konferiert haben.
Japan geniesse bei den Verhandlungen «Priorität», «weil es sich sehr schnell gemeldet habe». Bessent verwies auf die wichtigen militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Amerika und Japan.