Schlussbericht bestätigt: Hoher Anteil von Solar- und Windstrom war ursächlich für den Super-Blackout in Spanien
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Schlussbericht bestätigt: Hoher Anteil von Solar- und Windstrom war ursächlich für den Super-Blackout in Spanien

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Schlussbericht bestätigt: Hoher Anteil von Solar- und Windstrom war ursächlich für den Super-Blackout in Spanien
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Elf Monate sind vergangen, seit am 28. April 2025 um die Mittagszeit auf der ganzen Iberischen Halbinsel der Strom ausfiel. Es war der schwerste Blackout in Europa der letzten zwanzig Jahre. Es dauerte über 16 Stunden, bis das Netz in Spanien wieder vollständig hergestellt war.

CARLOS DE SAA / KEYSTONE
Hochspannungsleitungen auf Fuerteventura, Kanarische Inseln (Symbolbild)
CARLOS DE SAA / KEYSTONE

Der Verband der europäischen Netzbetreiber ENTSO-E hat nun seinen Abschlussbericht zum Blackout vorgelegt. Das Fazit macht auf den ersten Blick ratlos: Es gibt keinen Schuldigen für das Desaster, es war eine Kombination von vielen Faktoren, die zum Teil nach wie vor nicht geklärt sind. Das Überangebot von Wind- und Solarstrom sei nicht der direkte Auslöser gewesen.

Das mag semantisch und politisch korrekt sein. Doch der Inhalt des Berichtes vermittelt ein anderes Bild, welches auf die grosse Schwäche von Solar- und Windanlagen hinweist: Aufgrund physikalischer Eigenheiten waren sie nicht in der Lage, das Netz zu stabilisieren, als Schwankungen bei Spannung und Frequenz auftraten, wie sie immer vorkommen können. Und das wirkte sich bei einem aussergewöhnlich hohen Anteil von 71 Prozent Wind- und Solarstrom zur fraglichen Zeit fatal aus.

  • Eine halbe Stunde vor dem Blackout wurden zwei starke, durch Wechselrichter ausgelöste Frequenzabweichungen im spanischen Netz registriert. Wechselrichter werden eingesetzt, um den Gleichstrom von Wind- und Solaranlagen in Wechselstrom zu konvertieren.
  • Der spanische Netzbetreiber behob das Problem sofort mit einer Reihe von Massnahmen. Unter anderem reduzierte er den Stromexport nach Frankreich, womit sich die Frequenz vorübergehend stabilisieren liess.
  • Allerdings führten die Massnahmen zu einem Überangebot an Energie. Zwischen 12:32 und 12:33 Uhr führte ein starker Anstieg der Spannung dazu, dass sich kleine Solaranlagen verteilt über ganz Spanien automatisch abschalteten. Kurz darauf gingen auch grössere Wind- und Solaranlagen sowie konventionelle Reaktoren vom Netz, um eine Überlastung zu vermeiden.
  • Weil die Haushaltungen mit Solardächern aber plötzlich Strom brauchten, anstatt diesen zu liefern, stieg die Nachfrage und damit die Nettolast plötzlich wieder sprunghaft an. Zudem geriet die sogenannte Blindleistung aus dem Gleichgewicht.
  • Dank sogenannten Momentanreserven von rotierenden Generatoren können konventionelle Kraftwerke Frequenzschwankungen und insbesondere auch die sogenannte Blindleistung kurzfristig ausgleichen. Wind- und Solaranlagen fehlt diese Eigenschaft. Doch die 24 Prozent Strom aus den konventionellen Reaktoren reichten nicht aus, um das Ungleichgewicht bei Frequenz und Blindleistung aufzufangen. Es kam zum Blackout.

Auch wenn der iberische Blackout nicht allein auf die Wind- und Solaranlagen zurückzuführen ist, deckt er doch die grosse Schwäche dieser Energieträger auf. Das Problem ist nicht technologischer, sondern physikalischer Natur: die Anlagen lassen sich nur schlecht regeln und sind den Launen der Natur auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Je höher der Anteil von Wind und Sonne, desto schwieriger und teurer wird es, ein Stromnetz stabil zu halten.

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