SRF-Journalistin Alexandra Gubser hat Mühe, vor dem Publikum ihre eigenen politischen Präferenzen zu verbergen.
Als Korrespondentin in Frankreich bejubelte sie 2022 die Niederlage von Marine Le Pen als Präsidentschaftskandidatin. In Deutschland lobte sie vor wenigen Tagen die Kundgebungen in Giessen gegen die neue AfD-Jugendorganisation.
Der Fall in Frankreich führte damals zu Zuschauerprotesten. SRF musste Stellung beziehen und befand den Auftritt von Gubser als wenig glücklich.
Auch ihre Einschätzungen zu Giessen gaben nun zu reden. Und das nicht nur bei den Zuschauern, sondern beim Schweizer Fernsehen selbst.
Die Berichterstattung und Wortwahl der Deutschland-Korrespondentin seien «im Rahmen der regelmässig durchgeführten Sendekritiken intern diskutiert» worden, schreibt die Medienabteilung von SRF auf Anfrage der Weltwoche.
Vor allem der letzte Satz in Alexandra Gubsers Analyse sei «nicht optimal platziert» gewesen. Sie hatte geschrieben: «Einmal mehr zeigt eine wehrhafte Demokratie Präsenz.» Bezogen auf eine Demonstration, bei der Steine geworfen, Autoscheiben eingeschlagen und Polizisten verletzt wurden, eine denkbar unglückliche Formulierung.
Die Aussage der Deutschland-Korrespondentin habe «auf die friedlichen Demonstranten und nicht auf die Steinwerfer» gezielt, heisst es bei SRF. Das sei «jedoch teilweise missverstanden» worden.
Die Weltwoche wollte wissen, ob der jüngste Fall in Kombination mit der Entgleisung bei den Wahlen in Frankreich nahelege, dass Gubser lieber ihre eigene Ansicht verbreite als eine objektive Sicht zu vermitteln.
Die Antwort der SRF-Medienstelle fällt knapp aus: «Nein.»