Militärflugzeuge der USA sowie der Nato-Staaten Niederlande und Griechenland fliegen weiterhin über die Schweizer Alpen.
Das bestätigt Martin Pfisters Verteidigungsdepartement. Die Schweizer Luftwaffe hat seit dem 28. Februar wiederholt «Live Missions» durchgeführt, heisst es von Seiten der Armee. Immer wieder kontrollierte die Luftwaffe dabei ausländische Militärflugzeuge, die Schweizer Hoheitsgebiet überquerten.
Damit steht fest: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt, verantwortlich für die diplomatische Freigabe des Luftraums («Diplomatic Clearance»), erteilt der Regierung Trump nach wie vor grünes Licht. «Ihr wollt den Iran angreifen? Go for it! Nutzt auch unser Gebiet!», lautet somit die Devise.
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Die Vorgänge sind bemerkenswert vor dem Hintergrund des Krieges, den die USA und Israel gegen den Iran führen. Das Neutralitätsrecht untersagt es der Schweiz, ihren Luftraum kriegsführenden Ländern bereitzustellen. Während des Irakkrieges 2003 sperrte der Bundesrat bereits vor Beginn der US-Invasion den Schweizer Himmel für US-Bomber. Im Iran-Krieg heute jedoch weigert sich die Landesregierung bis jetzt, just das zu tun.
Der Bundesrat steht aufgrund der Zollverhandlungen mit der Trump-Regierung unter Druck. Ein Deal ist noch immer nicht im Trockenen. Gleichzeitig geht es aber auch um die Glaubwürdigkeit der Nation: Wenn Bundesbern die USA- und Nato-Staaten weiter gewähren lässt, macht sich die Schweiz zum Komplizen der Aggressoren.
Mehrere Medien behaupteten jüngst, dass Trumps Flieger den Schweizer Luftraum seit Ende Februar 2026 meiden würden. «US-Flugzeuge umfliegen die neutrale Schweiz», schrieb der Tages-Anzeiger vor wenigen Tagen noch. Glatte Fake News, wie sich jetzt zeigt.
Das erste Opfer im Krieg ist oft die Wahrheit. Das bekommt nun auch das Schweizer Publikum zu spüren.