Ab dem Jahr 2027 werden Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz vollständig von den Krankenkassen übernommen. Dies hat das Parlament im Rahmen des neuen «Kostendämpfungspakets 2» beschlossen, wie der Blick berichtet. Damit setzt die Schweiz ein liberales Signal – entgegen dem internationalen Trend, Abtreibungen zunehmend zu erschweren.
HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE
Der Entscheid fiel nahezu geräuschlos: Weder die SVP noch die Mitte-Fraktion stellten sich nennenswert dagegen. SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer bezeichnete den Beschluss als «Meilenstein». Gegenstimmen kommen vor allem aus der EDU. Nationalrat Andreas Gafner bedauert den Entscheid: «Wir müssten jede Abtreibung verhindern und den Leuten Perspektiven aufzeigen, anstatt den Anreiz für Abtreibungen noch zu erhöhen.»
Der Bundesrat verteidigte den Schritt als Teil einer «modernen Gesundheitsversorgung» und betonte die Bedeutung des sicheren Zugangs zum Abbruch als Voraussetzung für weibliche Selbstbestimmung.
Ein Schwangerschaftsabbruch kostet derzeit zwischen 1000 und 2500 Franken. Rund 12.000 Abtreibungen werden jährlich in der Schweiz durchgeführt – vergleichsweise wenige im internationalen Vergleich. Seit 2002 ist die Abtreibung in der Schweiz bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt.