Die Frauen in der Schweiz bringen immer weniger Kinder zur Welt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik sind die Erstgeburten um 8,5 Prozent, die Zweitgeburten um 9,0 Prozent und die Geburten dritter Kinder gar um 13,6 Prozent zurückgegangen. Im Durchschnitt bekommt eine Frau in der Schweiz heute noch 1,29 Kinder.
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Auch der Kinderwunsch sinkt markant. Bei den 20- bis 29-Jährigen hat sich der Anteil jener, die keine Kinder wollen, in den letzten Jahren beinahe verdreifacht: Wollten 2013 noch 6 Prozent und 2018 rund 8 Prozent kinderlos bleiben, so sind es 2023 bereits 17 Prozent. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen stieg dieser Anteil im selben Zeitraum von 9 auf 16 Prozent.
Über die Gründe für den Geburtenrückgang lässt sich lange debattieren. Doch der Befund bleibt ernüchternd: Während die Schweiz so wohlhabend, sicher und komfortabel ist wie kaum ein anderes Land, herrscht beim Kinderwunsch eine auffällige Zurückhaltung. Was sagt das über ein Land aus, dessen Menschen lieber auf Nachwuchs verzichten – mitten im Überfluss?
Vielleicht fehlt es an Zuversicht in die Zukunft oder am Willen, Verantwortung zu übernehmen. Möglicherweise sind individuelle Freiheit, Selbstverwirklichung und Komfort zur obersten Maxime geworden – auf Kosten des Kollektiven, auf Kosten der kommenden Generationen. Jedenfalls ist der Trend ein Alarmsignal. Denn eine Gesellschaft, die sich selbst abschafft, verliert auch ihren inneren Kompass.