Es war alles angerichtet: Der Sommer 2025 sollte heiss werden. Glühend heiss. Brachial. «Gluthitze kehrt zurück» riefen die Schlagzeilen kürzlich. Und erneut glühten die Wetterkarten in Feuerwehrrot und Apokalypse-Orange. Es war, als hätte man den Wetterbericht mit einem Vulkanausbruch verwechselt.
Und dann?
Es regnet. Und regnet. Und regnet.
Woche um Woche, als hätte sich Petrus in einer Endlosschleife aus Aprilscherz und Novemberfrust verheddert.
© KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Statt Glut: Flut und Daunenjacken. Statt Sahara: matschige Trampelpfade. Statt Sonnenbrand: Schimmelpilz im Wanderrucksack.
Die prognostizierte «Rückkehr der Hitzewelle» wurde offenbar am Alpenrand verhaftet – wegen versuchter Erregung öffentlicher Trockenheit. Was bleibt: Sumpfige Liegewiesen, durchweichte Ferienwohnungen und ungläubige Meteorologen, die mit leerem Blick in ihre App starren.
Und das Schönste: Es ist alles schon einmal passiert! Vor genau zwei Jahren, am 7. August 2023, schrieb die Weltwoche mit prophetischer Klarheit über «den kältesten Hitzesommer aller Zeiten» – ein Titel, der auch 2025 locker durchgeht.
Ein Satz daraus könnte direkt wieder ins Feuilleton wandern: «Ist es eine von Klimaaktivisten entführte Messstation in einer Sauna, die ihnen [den Wetterfröschen] diese Hitzewallungen beschert?»
Denn tatsächlich: Was da seit Wochen vom Himmel fällt, ist nicht einfach Wasser. Es ist flüssiger Sarkasmus. Ein Spottregen auf Grillpartys, Freibäder und Cabriofahrer.
Wir erleben die Ära des Klima-Slapsticks.
Und wieder dreht sich Rudi Carrell im nassen Grab und trällert leise seinen Evergreen von 1975 (!): «Wann wird’s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war? Ja, mit Sonnenschein von Juni bis September, und nicht so nass und so sibirisch wie in diesem Jahr.»
Fazit: 2025 ist nicht der Sommer, den wir wollten – sondern der, den wir verdient haben. Vorerst gilt: Regenschirm auf, Hoffnung zu.