CSU-Chef Markus Söder hat auf dem Parteitag der CDU die Alternative für Deutschland scharf angegriffen und deren Co-Vorsitzende Alice Weidel persönlich attackiert. Weidel sei eine «manchmal sehr böse, sehr eiskalte Frau», sagte Söder in Stuttgart. «Warum ist jemand, der sich Patriotin nennt, nicht bereit, seine Heimat in seinem eigenen Land zu finden? […] Das ist doch schäbig.»
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Söder spielte damit auf den Wohnsitz Weidels in der Schweiz an. Zugleich warf er der AfD Inkompetenz und Unverschämtheit vor. Die Partei sei «inkompetent» und «unverschämt» und arbeite mit Verschwörungserzählungen.
Mit Blick auf den Verfassungsschutz kritisierte Söder frühere Äusserungen Weidels. Sie habe die Behörde als «Stasi-Spitzel» bezeichnet. Tatsächlich hatte Weidel Ende 2025 in einem Interview von «schmierigen Stasi-Spitzeln» gesprochen und sich dabei auf Mitarbeiter des Verfassungsschutzes bezogen. Später schrieb sie im Internet von einer «Inlands-Meinungsspitzel-Überwachungsbehörde» und warf dem Amt vor, die Opposition zu bespitzeln.
Die Gewerkschaft der Polizei reagierte darauf mit deutlicher Kritik. Der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke erklärte, die AfD versuche mit gezielten und menschenverachtenden Äusserungen, die Arbeit des Verfassungsschutzes in Frage zu stellen und dessen Mitarbeiter einzuschüchtern.
Söder griff auf dem Parteitag zudem die Russland-Kontakte der AfD auf und machte sich über Verschwörungstheoretiker in der Partei lustig. Die Union beschütze das Land «vor solchen Leuten», sagte er unter Applaus der Delegierten.