Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass nur ein direktes Treffen mit Wladimir Putin den Weg zu einem Waffenstillstand ebnen könne – und dass Donald Trump dabei eine entscheidende Rolle spielen könnte. «Trump muss glauben, dass Putin tatsächlich lügt», sagte Selenskyj in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten in Kiew. Der US-Präsident befindet sich derzeit auf Nahostreise und deutete an, zu einem möglichen Dreiertreffen mit Selenskyj und Putin nach Istanbul zu reisen.
SHAWN THEW / KEYSTONE
Selenskyj kündigte laut Guardian an, am Donnerstag in die Türkei zu fliegen, selbst wenn Putin der Einladung nicht folgen sollte. «Wenn Putin nicht kommt und Spielchen spielt, ist das der Beweis, dass er den Krieg nicht beenden will», so der ukrainische Staatschef. Ein persönliches Gespräch mit Putin sei notwendig, um ein Signal für untergeordnete Verhandlungen zu setzen. «Ohne Zeichen von den Führern funktioniert dieses Format nicht», warnte Selenskyj.
Die Regierung in Moskau hat bislang nur die Entsendung eines Verhandlungsteams angekündigt. Sprecher Dmitri Peskow betonte, man wolle in Istanbul über die «Wurzel des Konflikts» sprechen – inklusive der «Entnazifizierung» der Ukraine und der Anerkennung annektierter Gebiete.
Selenskyj setzt dennoch auf Druck aus dem Westen: Die Staatschefs von Frankreich, Deutschland, Polen und Grossbritannien hätten Putin ein Ultimatum für einen 30-tägigen Waffenstillstand gestellt. Sollte Putin nicht einlenken, so Selenskyj, müssten neue Sanktionen gegen Moskau folgen. Auch in den USA wachse der politische Wille für Strafmassnahmen: «Ich glaube, dass es in Washington sehr bald zu neuen Sanktionen kommen wird.»