Die Ukraine will erstmals ihre selbstentwickelten Waffen exportieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass ab diesem Jahr zehn sogenannte Exportzentren für ukrainische Waffentechnologie in Europa eröffnet werden sollen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem Kampfdrohnen sollen dabei im Fokus stehen – ein Bereich, in dem die Ukraine durch den Krieg mit Russland beträchtliche Fortschritte gemacht hat.
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«Heute basiert die Sicherheit Europas auf Technologie und Drohnen», sagte Selenskyj. «Und all das wird in hohem Masse auf ukrainischer Technologie und ukrainischen Spezialisten beruhen.»
Seit dem russischen Einmarsch 2022 ist ein Rüstungsboom in der Ukraine entstanden. Mehr als 1000 Hersteller – viele davon kleine, privat geführte Unternehmen – produzieren mittlerweile Rüstungsgüter. Sie liefern unter anderem unbemannte Systeme, elektronische Kampftechnik und Abwehrsysteme, die sich vielfach im Gefecht bewährt haben.
Bisher durften diese Unternehmen ihre Produkte nicht ins Ausland verkaufen – zu gross waren die staatlichen Hürden. Nun will Kiew nicht nur Einnahmen generieren, sondern auch Europas Streitkräfte mit dem Know-how aus dem Frontalltag beliefern. Der ukrainische Verteidigungsrat spricht von einer «historischen Gelegenheit», sich als Technologieexporteur in einem rasant wachsenden Markt zu etablieren.
Kampfdrohnen stehen dabei im Zentrum: Systeme, die Bomben abwerfen, gegnerische Drohnen abfangen oder über Glasfaserkabel gesteuert werden und so unanfällig für Störsignale sind. Besonders gross sei das Interesse an maritimen Drohnen und elektronischen Kriegsführungssystemen, wie Ihor Fedirko, Chef des ukrainischen Rats der Verteidigungsindustrie, erklärte.