Die Ukraine will künftig auch Männer und Frauen über 60 Jahren für ihre Streitkräfte gewinnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete dazu ein Gesetz, das Einjahresverträge ohne Kampfeinsätze für diese Altersgruppe erlaubt. Das berichtet die Zeitung Die Welt.
Voraussetzung für eine Anstellung ist ein bestandener medizinischer Eignungstest. Die über 60-Jährigen sollen keine Kampfhandlungen übernehmen, sondern in unterstützenden Funktionen tätig werden. Damit reagiert die ukrainische Regierung auf zunehmende Schwierigkeiten bei der Rekrutierung junger Soldaten.
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Seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 hat Kiew seine Wehrpflicht sukzessive ausgeweitet. Bereits im April 2024 war das Einberufungsalter von 27 auf 25 Jahre gesenkt worden – auf Drängen der USA hatte es Forderungen gegeben, diese Grenze auf 18 Jahre abzusenken.
Neben der Einbeziehung älterer Freiwilliger setzt die Ukraine weiterhin auf finanzielle Anreize und Einjahresverträge für junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Ziel ist es, die personelle Stärke der Armee inmitten der anhaltenden Kämpfe insbesondere in der Ostukraine aufrechtzuerhalten.