Die Ukraine bereitet einen umfassenden Gefangenenaustausch mit Russland vor. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass intensive Verhandlungen laufen, wie das Portal Politico berichtet. Ziel sei es, rund 1200 Ukrainer aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückzuholen.
«Wir arbeiten daran, einen neuen Beginn der Verhandlungen zu ermöglichen, damit es überhaupt eine Aussicht auf ein Ende dieses Krieges gibt», so Selenskyj. Parallel dazu werde «mit Hochdruck» an einer Wiederaufnahme des Austauschs von Kriegsgefangenen gearbeitet.
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Laut Rustem Umjerow, dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, haben dazu Gespräche unter Vermittlung der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate stattgefunden. Über Telegram teilte er mit: «Als Ergebnis dieser Verhandlungen haben die Parteien vereinbart, die Istanbuler Vereinbarungen zu reaktivieren. Es geht dabei um die Freilassung von 1200 Ukrainern.»
Die sogenannten Istanbuler Vereinbarungen stammen aus dem Jahr 2022 und wurden unter türkischer Vermittlung geschlossen. Sie regeln nicht nur den Ablauf grossangelegter organisierter Gefangenenaustausche zwischen der Ukraine und Russland, sondern auch den Status der besetzten ukrainischen Gebiete und die künftigen Sicherheitsgarantien der Ukraine.
Selenskyj und Putin wollten sich damals persönlich treffen, um einen Friedensvertrag abzuschliessen. Eine Übereinkunft wurde dann allerdings vom damaligen britischen Premierminister Boris Johnson torpediert. Die Weltwoche berichtete.