Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sichert seinem Land eine weitere dreimonatige Verlängerung von Gasimporten aus Russland. Dies sagte Vucic nach einem Telefonat mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Vucic erklärte, die Verlängerung erfolge zu «sehr günstigen Bedingungen» und umfasse unveränderte Preis- und Lieferkonditionen. Serbien zahle weiterhin zwischen 320 und 330 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas. Die vereinbarte Liefermenge liege bei täglich rund sechs Millionen Kubikmetern, bei Bedarf bestehe zusätzliche Flexibilität. Die Preise würden an Rohöl-Benchmarks gekoppelt bleiben.
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Russisches Gas deckt nach Angaben aus Belgrad bis zu 90 Prozent des serbischen Bedarfs. Gleichzeitig bemüht sich das Land, seine Energieversorgung zu diversifizieren. Dazu gehören Lieferungen aus Aserbaidschan sowie Flüssiggas über Terminals in Griechenland. Serbien beteiligt sich zudem an der gemeinsamen Gasbeschaffung der Europäischen Union und strebt an, etwa 20 Prozent seines Bedarfs darüber zu decken.
Die jüngsten Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg haben laut Vucic die verfügbaren Gasmengen in Europa reduziert. Am 20. März senkte Serbien daher die Verbrauchssteuern auf Rohöl, um den heimischen Markt zu stabilisieren.
Das staatliche Unternehmen Srbijagas importiert Gas vom russischen Konzern Gazprom. Beide betreiben gemeinsam ein Gasspeicherlager im nordserbischen Banatski Dvor mit einer Kapazität von 450 Millionen Kubikmetern. Zusätzlich nutzt Serbien Speicher in Ungarn.
Gazprom und Gazprom Neft halten zudem Mehrheitsanteile am serbischen Ölunternehmen NIS, das von US-Sanktionen betroffen ist. Die Beteiligungen sollen bis 22. Mai veräussert werden.