Jahrelang haben sich die Europäer nicht um Diplomatie geschert. Ihre Lösung für die Ukraine war: Waffen, Waffen, Waffen. Kiew durfte nicht verlieren, Moskau nicht gewinnen.
Doch neuerdings überschlagen sie sich in diplomatischem Aktionismus. Soeben tagt in Paris schon wieder die – wievielte eigentlich? – Konferenz der «Koalition der Willigen».
Ein peinlicher Name, kopiert er den Begriff, den George W. Bush für seine Streitmacht im Kampf gegen Saddam Hussein geprägt hatte. Ein Kampf, dem sich Paris und Berlin naserümpfend verweigerten.
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Peinlich sind die Bemühungen der Europäer auch heute. Was wollen sie denn erreichen, wenn sie Kiews Maximalforderungen nachbeten? Russland lehnt sie ab, und auch die USA sind skeptisch. Isch fertig, hätte Wolfgang Schäuble gesagt.
Überdies sind Friedensbemühungen sinnlos, wenn man mit einem Konfliktpartner überhaupt nicht, sondern nur miteinander redet. Man versichert sich, wie recht man hat und verabredet das nächste Treffen.
Egal wann und wie der Krieg endet, Europa wird keine Rolle spielen. Das ist die bittere Wahrheit. Zeit, es sich einzugestehen.