Sicherheitsfiasko im Vereinigten Königreich: Ein Datenleck enttarnt Hunderte MI6-Agenten und zwingt die Regierung zur geheimen Umsiedlung Tausender Afghanen
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Sicherheitsfiasko im Vereinigten Königreich: Ein Datenleck enttarnt Hunderte MI6-Agenten und zwingt die Regierung zur geheimen Umsiedlung Tausender Afghanen

Nach einem der schwerwiegendsten Datenlecks in der Geschichte des britischen Verteidigungsministeriums hat die Regierung heimlich Tausende Afghanen ins Vereinigte Königreich gebracht. Die Betroffenen hatten sich laut CNN um Aufnahme bemüht, weil sie für britische Behörden oder das Militär gearbeitet hatten. Ihre persönlichen Daten – rund 25.000 Namen – wurden jedoch bereits im Februar 2022 versehentlich offengelegt und gelangten offenbar in die Hände der Taliban. Eine gerichtliche Sperrverfügung verhinderte bis Juli 2025 jede Berichterstattung.

DOMINIC LIPINSKI / KEYSTONE
A member of Border Force staff assists a female evacuee from Afghanistan who arrived aboard an evacuation flight at Heathrow Airport in London, Thursday Aug
DOMINIC LIPINSKI / KEYSTONE

Wie jetzt bekannt wurde, enthielt das durch einen Royal Marine versehentlich verschickte Dokument nicht nur Informationen über afghanische Antragsteller, sondern auch über hundert britische MI6-Agenten und Spezialkräfte, die als Bürgen eingetragen waren. Ihre Identitäten zählen zu den bestgehüteten Geheimnissen des Vereinigten Königreichs. «Es ist magenschmerzhaft», sagte der frühere Veteranenminister Johnny Mercer. «Diese Daten könnten den Taliban in die Hände gefallen sein.»

Aus Furcht vor Vergeltung durch die Islamisten richtete die damalige konservative Regierung ein geheimes Umsiedlungsprogramm ein. Rund 4500 Afghanen wurden bereits heimlich nach Grossbritannien gebracht – mit erwarteten Gesamtkosten von bis zu sieben Milliarden Pfund, wie The Telegraph berichtet. Insgesamt sollen über 16.000 Menschen infolge des Lecks aufgenommen worden sein, einige davon über bestehende Programme.

Verteidigungsminister John Healey entschuldigte sich im Parlament: «Dieses schwerwiegende Datenleck hätte niemals passieren dürfen.» Weitere Asylanträge aus Afghanistan lehnt die Regierung trotz des Skandals ab – es gebe laut Behörden «kaum Hinweise» auf gezielte Vergeltung durch die Taliban.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.