Zu Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir der Heiligen und unserer Toten. In Basel hat man beschlossen, ausgerechnet diesen Feiertag dazu zu nutzen, das umstrittene Kunstwerk «Saint or Sinner» (Heiliger oder Sünder) von Mason Storm auszustellen.
Es ist eine Geschmacklosigkeit sondergleichen und erinnert an die mehr als umstrittene Performance des aus Davos stammenden Künstlers Thomas Hirschhorn, der im Rahmen einer Ausstellung in Paris «Swiss-Swiss-Democracy» 2004 die Schweiz und Bundesrat Christoph Blocher verhöhnte.
© KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
Storm knöpft sich Donald Trump vor. Er zeigt den US-Präsidenten im orangen Sträflingsanzug, der an ein weisses Kreuz geschnallt ist. Ob der «Künstler» uns Trump wie Jesus, den Erlöser, gekreuzigt oder kurz vor der Hinrichtung durch die Todesspritze präsentieren will, weiss man nicht.
Als bekannt wurde, dass man dieses angebliche Kunstwerk im Westflügel des SBB-Bahnhofs in Basel ausstellen wollte, hagelte es Kritik von allen Seiten, worauf man sich entschied, die Trump-Figur nicht im Bahnhof zu zeigen. Nun verkündet die Galerie Gleis 4, dass «Saint or Sinner» an Allerheiligen in der Rümelinspassage, einer Kunstmeile in der Innenstadt, ausgestellt wird.
Dass Massons Werke internationale Beachtung finden, ist ein schwacher Trost für den Image-Schaden, den er der Schweiz damit beschert. Er selber versteckt sich seit jeher hinter einer Maske. Natürlich darf ein Künstler auch die Hand beissen, die ihn füttert. Aber müssen wir deswegen in den USA auch noch mehr Geschirr zerschlagen?
Es ist typisch für Basel, Hochburg der woken Gutmenschen und Supermoralisten, die Offensichtlichkeit des Schwachsinns auszublenden, wenn es gegen Andersdenkende geht.