Die Bewohner der jurassischen Gemeinde St-Brais sagen nein zu einem gigantischen Solarpark mit 10.000 Fotovoltaikmodulen. Das Projekt der Industriellen Werke Basel (Slogan «von Natur aus klimafreundlich») in den Freibergen sah vor, 200.000 Quadratmeter, also rund dreissig Fussballfelder, bestes Landwirtschaftsland mit Solarpanels zu überdecken.
Damit scheitert ein weiterer Solarpark nach dem «Solarexpress». «Die Bevölkerung im Jurabogen ist nicht bereit, ihr wertvollstes Gut, die freie Landschaft, zu opfern, wenn es im Baselbiet noch ausreichend Dächer hat, die nicht mit Solarpanels bestückt sind», sagt der Landschaftsschützer Elias Vogt.
Gegen den Solarpark St-Brais, wie auch gegen das Projekt auf dem Mont-Soleil, hatte Vogt neben lokalen Bürgerkomitees eine Kampagne geführt. Mit dem Slogan «Auf die Dächer, nicht in die Natur» soll die Bevölkerung sensibilisiert werden, dass die Schönheit der Landschaft des Jurabogens sowie wertvolle Landwirtschaftsflächen das «wertvollste Kapital» seien – für die Energieproduktion gebe es ausreichend Dächer in der dichtbesiedelten Schweiz. Es sei schlicht unnötig, die freie Landschaft zu zerstören.
Das Ergebnis an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am Montag fiel denkbar knapp aus. Bürgerin Pascale Hoffmeyer sprach im Radio fréquence Jura von einem «Sieg für die Natur und die Demokratie». Sie kritisiert insbesondere, dass den Gegnern des Solarparks kein Raum gegeben wurde. «Alle diese Projekte werden als unumstritten präsentiert, obwohl es durchaus Kontroversen gibt», betont sie. Das Ergebnis der Volksabstimmung gibt ihr recht. Einzelne Stimmen sprechen gar davon, dass die «Kolonisierung des Juras durch links-grüne Städter» habe verhindert werden können.