Mitten in der Nacht rücken Soldaten des Wachbataillons in die Katakomben der Berliner U-Bahn vor. Ziel: die Station Jungfernheide. Szenario: ein Angriff auf einen U-Bahn-Zug durch Separatisten – Rauch, Schüsse, Tote. Was dramatisch klingt, ist eine militärische Übung, über die die Bild-Zeitung berichtet. Doch das geprobte Szenario ist kein Spiel.
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Die Bundeswehr trainiert in dieser Woche in Berlin den sogenannten Heimatschutzfall. Der Name der Übung: «Bollwerk Bärlin III». Es geht um nicht weniger als die Verteidigung der Hauptstadt im Kriegsfall. Soldaten in Flecktarn, nicht in Paradeuniform. Mit scharfen Waffen, in bedrückender Enge, unter realitätsnahen Bedingungen.
Kommandeur Maik Teichgräber betont die Ernsthaftigkeit: «Solch ein Einsatz in Berlin ist sehr realistisch.» Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei der Gedanke an einen Krieg auf deutschem Boden keine theoretische Annahme mehr.
Trainiert wurde in einem stillgelegten Tunnel samt Zug. Komplexe Lage, viele Verletzte, Orientierung in Dunkelheit. Für den Hauptgefreiten Bastian (23) eine «mega stressige» Erfahrung. Seine Aufgabe: Strom abschalten, Feuergefecht führen, Verwundete bergen. «Wir sind kriegstüchtig», lautet sein Fazit.
Neben U-Bahn-Kampf wird auch Häuserkampf geprobt – etwa in einem verlassenen Chemiewerk.