Das US-Verteidigungsministerium verzichtet erstmals seit Jahrzehnten auf die Veröffentlichung eines offiziellen Berichts zur globalen Truppenstationierung und entzieht damit Verbündeten wie Deutschland einen zentralen Einblick in militärische Planungen. Das Pentagon erklärte, man werde weiterhin «so offen und dialogbereit wie möglich» mit dem Kongress umgehen, berichtet die Zeitung Die Welt.
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Die «Global Posture Review» galt bislang als Schlüsselinstrument für Verbündete und Parlamentarier, um strategische Prioritäten, Truppenverlegungen und Budgetentscheidungen nachzuvollziehen. Nun soll diese Transparenz durch informellere Gespräche ersetzt werden. Mehrere US- und Nato-Vertreter bestätigten, dass Washington auf bereits vorhandene Strategiedokumente verweist und keine neue Gesamtschau vorlegen will.
Der Schritt markiert eine Abkehr von der bisherigen Praxis und sorgt in Europa wie im US-Kongress für Unmut. Kritiker sehen darin ein weiteres Zeichen für den stärker unilateral ausgerichteten Kurs der Regierung unter Präsident Donald Trump. In der Vergangenheit seien Verbündete wiederholt erst nachträglich über militärische Aktionen informiert worden.
Für Deutschland hat die Entscheidung besondere Bedeutung, da hier die meisten US-Truppen in Europa stationiert sind. Ein Regierungsvertreter erklärte, ein möglicher Abbau der US-Präsenz sei grundsätzlich denkbar, müsse aber «im Einklang mit deutschen Planungen» erfolgen. Nato-Vertreter betonen vor allem den Bedarf an Verlässlichkeit: «Unser wichtigstes Anliegen ist Berechenbarkeit.»