Der Begriff «Sondervermögen» ist zum deutschen Unwort des Jahres 2025 gewählt worden. Das gab die Jury der sprachkritischen Aktion «Unwort des Jahres» bekannt. Zur Begründung hiess es, der Ausdruck verschleiere in der politischen Debatte, dass es sich tatsächlich um neue Staatsschulden handle.
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«Sondervermögen» stamme zwar aus der Wirtschafts- und Rechtssprache, werde aber im öffentlichen Diskurs so verwendet, dass er nach zusätzlichem Geld oder Rücklagen klinge. Tatsächlich gehe es jedoch um kreditfinanzierte Ausgaben des Staates. Der Begriff habe im vergangenen Jahr «sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme geprägt», erklärte die Jury.
Die Wahl basiert auf Vorschlägen aus der Bevölkerung. Bürger können jedes Jahr Begriffe einreichen, aus denen die Jury das Unwort auswählt. Ihr gehören vier Sprachwissenschaftler, eine Journalistin sowie wechselnde Gastmitglieder an.
Unwort des Jahres 2024 war «biodeutsch», 2023 wurde «Remigration» gewählt.