Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt am Dienstag, dem 2. Dezember 2025, nach wie vor. leuchtet die Adventskerze in Vorfreude auf das Kommende. Das muss man einfach unterstreichen und an dieser Stelle auch erwähnen, dass Sie unbedingt, also ich bitte Sie darum, den Weltwoche-Adventskalender sich jetzt also sichern müssen. Definitiv, es geht nicht, das ist kein richtiger Advent ohne unseren Adventskalender mit dem Theologen Gottfried. Locher, das Triptychorn hier in Bern, der Zietglockenturm, die wunderbar lauschigen Lauben unserer Bundesstadt, die schönen Türchen, ein Bild, ein QR-Code und dazu die unvergänglichen Weisheiten der Bibel, dargelegt mit grosser Könnerschaft, und Sie haben sich ja davon bereits überzeugen können, von Dr. Gottfried Locher, eminente Theologin. Familie, ich will das hier gar nicht mehr alles rekapitulieren. Bestellen Sie den gedruckten Kalender bei sonntagswort.com. Sonntagswort.com. Dort finden Sie alle weiteren Informationen. Und dann tauchen Sie ein in die segensreiche Adventszeit. Oder gönnen Sie sich eine Auszeit, wie SP-Kopräsidentin Mathea Meier, wir lesen, dass sie wegen schwerer Erschöpfung ausfällt. Co-Präsident Wermuth und weitere Politiker sprechen ihr Mut zu und erzählen vom eigenen Umgang mit dem Thema. Die Frage ist hier einfach, was ist eigentlich anstrengender? Eine Doppelspitze oder eine Einzelspitze? Ich bin ja gegen das Konzept Doppelspitze. Verantwortung ist unteilbar. Und wenn man zu zweit ein Pferd steuern will, dann kommt das einfach nicht gut heraus. Und möglicherweise sind die Reibungsenergien an der Führungsspitze grösser, wenn man es eben zu zweit macht und damit eben nicht richtig. Die Verantwortung ist unteilbar, als wenn man es eben alleine macht und die Verantwortung alleine trägt. Und das ist die Frage, die wir hier zu stellen uns erdreisten, aber selbstverständlich ist das natürlich hochgradig politisch unkorrekt. Interessant ist, dass die Linke am Wochenende, und das ist sozusagen für uns jetzt das politisch Relevante, Die Linke hat am Wochenende... eine Niederlage kassiert. Die Juso ziehen sozusagen wie Senkblei die Mutterpartei runter, beziehungsweise die Mutterpartei wirft Fragen auf, wenn sie sich da so niebelungentreu an die Fersen der Jungsozialisten heftet. Das hat ja auch stark Widerwillen erregt bei etablierten, traditionellen Sozialdemokraten. das Moby Dick Syndrom, wenn du dich also gewissermassen an etwas anbindest, was einfach ungespitzt in den Boden hineinschiesst, keine besonders gute Idee, funktioniert nicht. Und die SP hat sich da gewissermassen vielleicht nicht in Geiselhaft nehmen lassen. Man fragt sich einfach, was ist denn die Linie dieser Partei, wenn sie da beipflichtet. Allerdings, und das muss unsere Freundin Bern erschüttern, die einzige Stadt, Der Schweiz, die der Erbschaftsinitiative der Juso zugestimmt hat, ist Bern. Wobei Bern ist, entschuldigt meine Damen und Herren, Bern, das ist meine Theorie, das werden die Berner abstreiten, ich bin Zürcher. Die Berner... sind über Jahrhunderte eine Militär-Aristokratie in Europa gewesen. Eine militärische Supermacht, könnte man sagen. Die haben mit den Grossmächten der damaligen Zeit, vor allem auch mit den Franzosen, auf Augenhöhe verkehrt. Und wirklich in den allerobersten Kreisen der damaligen monarchischen Gesellschaft sind sie unterwegs gewesen. Bern sozusagen eine Art... Sparta, der Schweiz. Ich weiss, dieser Vergleich ist nicht ganz berechtigt. Mein Verdacht besteht einfach darin, dass diese WG-Mentalität, die sich jetzt da in Bern breitgemacht hat, das kommt eben aus diesem militärisch schlechten Gewissen. Das ist sozusagen eine kompensatorische Pendelbewegung ins andere Extrem, quasi um jetzt sozusagen die Mitte zu markieren, nach diesen Jahrhunderten des bernischen, übrigens auch sehr glorreichen, Militarismus hat man sich jetzt gewissermaßen in diese Wege, in diese Wege-Melodie hinein, in diesen rot-grünen Soundtrack hinein fallen lassen. Und da kommt es dann eben zustande, dass in dieser Bundesstadt eine Erbschaft, eine Enteignung, eine eigentliche Enteignungs... Steuerinitiative, dass so etwas angenommen wird. Also wir nehmen das mit einer gewissen Bestürzung zur Kenntnis, aber irgendwie auch mit Erleichterung, denn zum Glück ist das ja nicht mehrheitsfähig in der Schweiz und da müssen einfach die Berner sich ein paar Fragen stellen. Was ist in dieser Stadt los? Was ist eigentlich Bern da? Was ist da sozusagen die Stossrichtung? Geht das, ja, der Tendenz nach in argentinische Verhältnisse? Braucht es dann da irgendwann mal einen Millet, der Gegensteuer gibt? Will mich da zurückhalten, entschuldige mal, als Zürcher sollte man sich ohnehin da nicht allzu stark aus dem Fenster hinauslehnen, wobei die Berner und die Zürcher in der Vergangenheit immer sehr, sehr gut zusammengearbeitet haben, vor allem auch theologisch mit der Reformation. Da müssen auch die Genfer Dranke sagen, wir haben damals mit einem militärisch-theologischen Joint Venture Calvin rausgehauen in der Genfer Stadt, die von Savoyen bedrängt wurde. Und das sind unvergängliche Zeugnisse. brillanter Kooperation. Nun also wieder mal ein Interview im Tagesanzeiger mit meiner Studienkollegin Katja Centinetta. Sie hat Geschichte studiert, sie hat Philosophie studiert, sie nennt sich Politphilosophin. Ich habe das gleiche studiert wie sie, nenne mich aber Journalist, wäre aber vielleicht auch ein Politphilosoph. Oder betätige mich als philosophierender Journalist oder als journalistisch dilettierender Philosoph. Je nach Auslegung. Und sie sagt jetzt also, der dritte Weltkrieg hat bereits begonnen, die Zeit des Geschäftemachens mit aller Welt sei für die Schweiz vorbei, sagt die Politikphilosophin. Die Schweiz gehöre zu Europa. Im EU-Vertragspaket sieht sie einen Souveränitätsgewinn. Ja, diese Europagläubigkeit der Intellektuellen, die sehen vor lauter EU die Welt nicht mehr und sie sehen vor lauter EU auch Europa nicht mehr. Denn wenn sie hier Europa sagt, meint sie natürlich die Europäische Union, dabei ist ja Europa viel mehr als die EU. Also hier ist sozusagen der politphilosophische Ansatz nicht im Sinne einer Horizonterweiterung am Werk, sondern eher im Sinne einer Horizontverengung. Und man möchte da der Studienkollegin zurufen, vielleicht müsste sie mal über diese kontinentaleuropäische EU-Scholle hinausdenken. Und ich glaube, sie liegt hier absolut falsch. Ich glaube, dass genau diese Anbindung, diese Ankettung ans Senkblei übrigens, dieser immer mehr an ihren eigenen Widersprüchen scheitenden Konstruktion, an dieser Fehlkonstruktion EU, dass gerade die Anbindung ist das Falscheste, was die Schweiz machen kann, in einer Welt, die sich geradezu dramatisch vor unseren Augen vervielfältigt, multipolar wird. Und ich fürchte einfach, dass diese Politphilosophen, gut möglicherweise haben sie auch finanzielle Interessen, dass sie da entsprechend auch Auftrittsmöglichkeiten haben und so weiter in diesen Gremien, aber vor allem kommen die mir einfach zu wenig aus ihrer Blase raus. Die sind zu wenig in der Welt draussen. Ich komme jetzt gerade von Afghanistan zurück, bilde mich nicht darauf ein. Aber ich sage, es schadet nicht, die heimischen Gefilde, den heimischen Schrebergarten gelegentlich auch mal hinter sich zu lassen. Nach Nein zur Juso-Initiative, Alfred Gantner fordert höhere Steuern für Reiche. Ja gut, also ich schätze Freddy Gantner sehr. Er hat also wirklich grossartiges geleistet jetzt da bei den Zöllen. Aber das nötigt mich jetzt fast zur Aussage, aufgepasst, Achtung, Freddy Gantner, jetzt den Fokus nicht verlieren. Und auch wenn Herr Gantner natürlich sehr wohlhabend geworden ist durch grosse Leistungen, heisst das ja nicht, dass er jetzt plötzlich auf dieser Steuerseite auch noch mitspielen und mitschwingen soll. Denn als Unternehmer, als sehr erfolgreicher Unternehmer, hat er natürlich schon ganz Wesentliches gemacht. Und dieses Vorschieben der Steuern, dass hohere Steuern etwas bringen, ich bin nicht so sicher, ob das da durchdacht ist, ob die Makroökonomie dieses Vorschlags da diesem begnadeten Ökonomen wirklich klar ist. Aber ich weiss, mit einem sehr erfolgreichen Unternehmer dieser Hubraumklasse zu argumentieren, Ist immer etwas riskant, aber um mich jetzt doch noch zu dieser Feststellung durchzuringen, hier liegt der Freiheitskämpfer in Sachen EU, hier liegt er definitiv falsch. Das Letzte, was die Schweiz braucht, sind höhere Steuern für Reiche. Es wird ja alles schon doppelt besteuert, x-fach besteuert. Und wir müssen tiefere Steuern haben, du musst dem Staat Mittel entziehen. Je mehr Geld der Staat hat, desto mehr Geld verschwendet er. Der Staat ist eben kein Unternehmer, der so sorgfältig mit seinen Ressourcen umgeht, wie vielleicht der Unternehmer Freddy Gantner. Und hier merkt man vielleicht auch etwas die politische Unerfahrenheit. Vor allem aber setzt man sich auch dem Verdacht aus, hier ein bisschen Windowdressing zu betreiben. Wir werden sehen. Auf jeden Fall überraschend und auch... auffallend. Ich habe ziemliches Feedback auch bekommen von Bekannten und Kollegen zu dieser jüngsten Intervention. Dies jetzt aus schweizerischer Sicht, soweit ich die Sache überblicke, das Wesentliche. Vielleicht habe ich etwas Entscheidendes vergessen, aber so wichtig kann es nicht gewesen sein. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. Das war es von Weltwoche Daily Schweiz für heute. Jetzt gleich die internationale Sendung. Ich melde mich zurück. Merci vielmals.