Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Angriffe der USA und Israels auf den Iran erneut kritisiert und vor einer Eskalation des Konflikts gewarnt. In einer Fernsehansprache erklärte Sánchez laut internationalen Medienberichten, der Krieg könne «russisches Roulette» mit dem Leben von Millionen Menschen bedeuten.
Chema Moya/EPA/Keystone
Sánchez reagierte damit auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Handelsbeziehungen mit Spanien einzuschränken. Trump hatte diese Möglichkeit angesprochen, nachdem Madrid den Militärschlägen gegen Iran öffentlich widersprochen hatte.
«So beginnen die grossen Katastrophen der Menschheit … Man kann nicht russisches Roulette mit dem Schicksal von Millionen spielen», sagte Sánchez in seiner Ansprache. Der spanische Regierungschef hatte die Bombardierungen zuvor als rücksichtslos und illegal bezeichnet.
Die Spannungen zwischen den beiden Nato-Partnern verschärften sich weiter, nachdem Spanien amerikanischen Militärflugzeugen untersagte, Luft- und Marinestützpunkte im Süden des Landes für Angriffe gegen den Iran zu nutzen. Sánchez betonte, internationale Konflikte könnten nicht mit militärischer Gewalt gelöst werden.
«Die Position der spanischen Regierung lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Nein zum Krieg», erklärte er. Weiter sagte Sánchez: «Wir werden uns nicht an etwas beteiligen, das schlecht für die Welt ist und unseren Werten und Interessen widerspricht, nur um Vergeltungsmassnahmen von jemandem zu vermeiden.»
Zur Begründung verwies der spanische Regierungschef auf die Folgen früherer Militärinterventionen im Nahen Osten. Der Irakkrieg habe unter anderem zu mehr dschihadistischem Terrorismus und steigenden Energiepreisen geführt. Auch im Fall des Iran seien die Folgen des aktuellen Konflikts ungewiss.