Die SPD ist in einer neuen Umfrage auf einen historischen Tiefstwert von 13 Prozent abgestürzt. Das geht aus dem aktuellen ZDF-«Politbarometer» hervor, in dem die Partei zwei Punkte verliert und damit deutlich hinter die Grünen zurückfällt.
Die Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zeigt eine Verschiebung im Parteiensystem: Die Grünen legen um drei Punkte auf 15 Prozent zu und ziehen an der SPD vorbei, während CDU/CSU und AfD jeweils bei 26 Prozent liegen. Eine Mehrheit für die derzeitige schwarz-rote Koalition ist damit nicht in Sicht; rechnerisch möglich wäre lediglich ein Dreierbündnis aus Union, Grünen und SPD.
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Besonders belastend sind die Vertrauenswerte für die Parteiführung. Nur 17 Prozent der Befragten trauen den Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil zu, die Partei aus der Krise zu führen, während 75 Prozent dies bezweifeln. Selbst unter SPD-Anhängern überwiegt die Skepsis deutlich.
Auch die Bundesregierung insgesamt steht unter Druck. 61 Prozent der Befragten zeigen sich unzufrieden mit ihrer Arbeit, und 57 Prozent bewerten die Leistung von Bundeskanzler Friedrich Merz negativ. Reformvorhaben der Regierung überzeugen nur eine Minderheit; knapp zwei Drittel erwarten davon keinen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Probleme.
Innerhalb der SPD wächst der Unmut. Der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil fordert offen einen Kurswechsel und erklärte: «Die SPD muss die Fenster weit aufmachen, um Sauerstoff reinzulassen. Der Mief muss raus.»
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