SPD-Fraktionschef Matthias Miersch erinnerte bei einer Pressekonferenz an den Jahrestag der Enttarnung des rechtsextremen «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) – und verband diesen mit den jüngsten «Stadtbild»-Aussagen von CDU-Kanzler Friedrich Merz, wie das Nachrichtenportal Nius berichtet. Miersch sagte: «Ich will auch darauf hinweisen, dass heute der Jahrestag des Auffliegens des sogenannten NSU ist. Dieser Jahrestag zeigt, wie schnell aus Worten Morde werden können, weil Menschen aus Sicht von Rassisten nicht ins Bild passen.»
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Hintergrund ist Merz’ Aussage, Deutschland habe «ein Problem mit dem Stadtbild», insbesondere in Bezug auf Zuwanderung. SPD und linke Gruppen werfen ihm seit Wochen vor, mit dieser Formulierung Ressentiments zu schüren. Bereits SPD-Chef Lars Klingbeil hatte öffentlich widersprochen: «Ich möchte in einem Land leben, bei dem nicht das Aussehen entscheidet, ob man ins Stadtbild passt oder nicht.»
Hintergrund: Der NSU hatte zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet, fast alle mit Migrationshintergrund. Bislang hat sich Bundeskanzler Merz nicht zum Vergleich geäussert.