Die SPD kann trotz wachsender Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Merz nicht von der politischen Stimmung profitieren. Laut Forsa liegt sie weiterhin bei 14 Prozent und damit real nur bei rund 10,5 Prozent aller Wahlberechtigten. Dies geht aus dem aktuellen RTL/N-TV-Trendbarometer hervor.
Forsa-Chef Manfred Güllner kommentiert in seinem Newsletter: «Von dieser hohen Unzufriedenheit mit dem Kanzler könnte die mitregierende SPD an sich profitieren – hätte sie nur genügend politische Kompetenz oder ein überzeugendes Personalangebot.»
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Seit dem Wahlsieg 1998 habe die SPD rund 60 Prozent ihrer damaligen Wähler verloren, so die Analyse. Besonders stark war der Einbruch in Thüringen, wo die Partei drei Viertel ihrer Wähler verlor. Auch traditionelle Hochburgen wie Hamburg verzeichneten deutliche Rückgänge. Bei jüngsten Landtagswahlen blieb die SPD in sieben Bundesländern unter 10 Prozent.
Der Niedergang zeigt sich auch in Städten: In Frankfurt sank der Anteil an allen Wahlberechtigten von 35,4 Prozent (1964) auf 7,4 Prozent (2021). In Dortmund erreichte die Partei 2025 nur noch 13,1 Prozent.
Unter Arbeitern und Arbeitslosen würden heute jeweils nur 9 Prozent SPD wählen, bei Gewerkschaftsmitgliedern und linken Gruppen liegt die Unterstützung bei etwa 20 Prozent. Laut Forsa trauen nur 6 Prozent der Wahlberechtigten der SPD zu, die aktuellen Probleme zu lösen – ein Rekordtief.