In der SRF-Dokumentation «Wo-Wo-Wohnungsnot» forderte der Zürcher Gemeinderat David Garcia Nuñez (Alternative Liste) ein entschiedeneres Vorgehen gegen die «Renditegier auf dem Wohnungsmarkt». Die Stadt müsse «neuen Waffen» einsetzen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern, so der Politiker in der Sendung.
Dabei wohnt Garcia Nuñez selbst unter besonders günstigen Bedingungen: Wie Inside Paradeplatz berichtet, lebt er mit seinem Partner in einer 6-Zimmer-Wohnung im Zürcher Kreis 1 für monatlich 3400 Franken. Der Marktwert vergleichbarer Objekte liegt demnach bei rund 8000 Franken. In der Dokumentation bezeichnete Garcia Nuñez die Wohnung als «unsere Oase».
Die Liegenschaft an der Froschaugasse gehörte ursprünglich dem kommunistischen Buchhändler Theo Pinkus. Heute ist sie im Besitz der Stiftung Studentenbibliothek Imap, die auf Anfrage mitteilte, dass es bei der Wohnungsvergabe «keine Vorschriften» gebe.
Garcia Nuñez wurde von Inside Paradeplatz mit der Frage konfrontiert, wie sich seine politische Haltung mit seiner eigenen Wohnsituation vereinbare. In einer schriftlichen Antwort erklärte er: «In Anbetracht der medialen Ungleichbehandlung zwischen AL- und FDP-Mitgliedern bei der Schaffung von Transparenz ziehe ich es vor, Ihre Fragen nicht zu beantworten».