Südkorea erwägt erstmals seit mehr als drei Jahren wieder den Kauf von russischem Öl. Dies berichtet Reuters. Hintergrund sind Versorgungsengpässe infolge des Kriegs im Nahen Osten und der faktischen Schliessung der Strasse von Hormus.
Demnach prüft die Regierung in Seoul auch den Import von Naphtha aus Russland, einem wichtigen Rohstoff für die Petrochemie. Präsident Lee Jae Myung sagt: «Jetzt sind dringende Anstrengungen nötig, um auch nur einen weiteren Tropfen Rohöl zu sichern und stabile Lieferwege zu erschliessen.»
Maxim Shipenkov/EPA/Keystone
Die Gespräche folgen auf eine Ausnahmegenehmigung der USA für den Verkauf und Transport russischen Öls zwischen dem 12. März und dem 11. April. Südkorea hatte Importe aus Russland im Dezember 2022 nach Beginn des Ukraine-Kriegs eingestellt. Seither bezieht das Land rund 70 Prozent seines Rohöls aus dem Nahen Osten, ein grosser Teil davon über die Strasse von Hormus.
Auch andere asiatische Staaten prüfen laut Bericht verstärkt Käufe aus Russland, darunter Japan, Indonesien und Thailand. Die Region dürfte im März eine Rekordmenge an russischem Heizöl importieren. Gleichzeitig steigen die Ölpreise deutlich an und liegen zuletzt bei über 116 Dollar pro Barrel.