Ein Selbstmordattentäter hat am Sonntagabend während eines Gottesdienstes in der griechisch-orthodoxen Kirche des Propheten Elias im Dweila-Viertel von Damaskus mindestens 25 Menschen getötet und über 60 weitere verletzt. Der Attentäter feuerte laut Angaben des syrischen Innenministeriums zunächst mit einer Waffe, bevor er eine Sprengstoffweste zündete.
MOHAMMED AL RIFAI / KEYSTONE
Die syrischen Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich, auch wenn sich die Gruppe bislang nicht dazu bekannt hat. Der Angriff ist der erste dieser Art in der syrischen Hauptstadt seit dem Sturz des Assad-Regimes durch islamistische Rebellen im Dezember.
Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen. «Jemand kam von draussen mit einer Waffe herein», sagte ein Besucher nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Ein anderer Zeuge schilderte, wie die Explosion Fenster zertrümmerte und Kirchenbänke bis an den Eingang schleuderte.
Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat verurteilte die Tat scharf: «Die hinterhältige Hand des Bösen hat heute Abend zugeschlagen», heisst es in einer Mitteilung. Die Kirche forderte von den Übergangsbehörden in Damaskus volle Aufklärung und Schutz für religiöse Einrichtungen.
Auch internationale Stimmen, darunter die Uno und die Arabische Liga, verurteilten das Attentat. Die Tat unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch islamistische Gruppen in Syrien, das trotz Regierungswechsel weiterhin von Gewalt erschüttert wird. Laut Uno-Bericht vom Februar befinden sich rund 3000 IS-Kämpfer in Syrien – viele davon operieren aus der Wüste Badia.