Der berühmte Tech-Unternehmer Peter Thiel hat sich hinter Donald Trumps Pläne gestellt, die US-Handelsbeziehungen zu China radikal neu zu ordnen. In einem Interview mit dem Unternehmer Joe Lonsdale sprach sich der milliardenschwere Tech-Finanzier für einen «drastischen Reset» der Beziehungen zur Volksrepublik aus. «Was wir wirklich brauchen, ist, dass auch andere Länder ihre Beziehung zu China neu überdenken», so Thiel.
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Thiel äusserte Verständnis für die ökonomische Effizienz von Produktionsstandorten wie Foxconn, warnte aber vor den geopolitischen Risiken, die aus der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit China resultieren. Die Rivalität sei geopolitisch – und Ökonomen würden diesen Aspekt oft ausblenden, sagte er.
Als Alternativen zur Fertigung in China nannte Thiel Vietnam, das trotz seiner kommunistischen Regierung weniger globalen Machtanspruch erhebe. «Wenn wir Teile der Produktion von China nach Vietnam verlagern können, ist das ein grosser Gewinn», erklärte er. Auch eine Rückverlagerung von Fertigung in die USA sei denkbar – mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und einer Reform umweltschutzbedingter Auflagen.
Derweil eskaliert der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter: Peking reagierte auf die jüngsten US-Zölle von 145 Prozent mit einer eigenen Erhöhung auf 125 Prozent. Xi Jinping erklärte, sein Land habe keine Angst vor einem Handelskrieg. Die USA bezeichneten Chinas Reaktion als «zahlenbasiertes Spiel ohne wirtschaftliche Bedeutung» und kündigten dennoch Gesprächsbereitschaft an.