Es war nicht nur, aber vor allem ein zentrales Thema, das den Rechtskonservativen von der FPÖ im letzten Jahr einen Wahlsieg bescherte: die Migration. Die Österreicher, frustriert durch steigende Ausländerkriminalität, islamistischen Terror und Schulen ohne einheimische Kinder, straften die anderen Parteien ab. Diese hielten sich aber mit einer bunten Dreierkoalition an der Macht.
ROLAND SCHLAGER / KEYSTONE
An Brisanz hat die Migration seither nicht verloren. Die illegale Zuwanderung ist nach wie vor – anders als von den meisten Parteien versprochen – nicht eingedämmt.
In Wien werden täglich sieben Messerangriffe gezählt, vorwiegend durch Menschen mit Migrationshintergrund. Regelmässig werden Fälle aufgedeckt, in denen kinderreiche Flüchtlingsfamilien mit einem monatlichen Sozialgeldsegen beschenkt werden, von dem Einheimische nur träumen können.
Nun sass Herbert Kickl, Vorsitzender der FPÖ und Oppositionsführer, im traditionellen «Sommergespräch» beim ORF. Über 50 Minuten lang wird er vor der Kamera befragt. Es geht um die serbelnde Wirtschaft im Land, die galoppierende Inflation und russisches Gas. Nur zu einem Thema fällt keine einzige Frage: Migration.
Es ist offensichtlich: Die Redaktion des öffentlich-rechtlichen TV-Senders wollte Kickl gar nicht erst die Chance geben, die Situation zu kritisieren und seine Gegenvorschläge zu präsentieren. Während ein grosser Teil der Zuschauer vor den Bildschirmen auf klare Worte zur Migration gewartet haben dürfte.
Das Publikum manipulieren kann man nicht nur mit Fehlinformationen oder einseitigen Botschaften. Es funktioniert auch, indem man das, was man nicht hören will, einfach ausspart.