Der Eurovision Song Contest ist der grösste musikalische Anlass der Welt. Entsprechend dachte man auch in Basel in Superlativen, als klar wurde, dass der ESC dort stattfindet.
Tatsächlich wurden sehr schnell Rekorde erreicht. Allerdings keine besonders sympathischen.
«Zimmer in Basel: Preise gehen durch die Decke», berichtete der Beobachter schon im Februar. Was für Hotelzimmer verlangt werde, sei zum Teil «astronomisch». Offenbar wollten die Anbieter von Beherbungen die Kuh ordentlich melken, solange sie im Stall steht.
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Die Absicht scheint sich nun aber eher ins Gegenteil zu verkehren. Zu Beginn der Auftaktwoche vor dem Start des ESC waren die Betten laut SRF erst zu 85 Prozent belegt. In der direkten deutschen Nachbarschaft sieht es noch schlechter aus mit einer Auslastung um die 60 Prozent.
«Wir dachten, wir seien bumsvoll», lässt sich der Präsident von Hotelleriesuisse Region Basel zitieren. Eine Fehleinschätzung, wie sich nun zeigt.
Basieren dürfte diese auf einem zu grossen Optimismus. Der Vergleich mit dem ESC 2023 in Liverpool führte zur Annahme, es würden 500.000 Menschen nach Basel strömen. Und dass die Liveshow sehr schnell ausverkauft war, steigerte die Erwartungen noch.
Es wird zwar erwartet, dass die Zimmerpreise bald sinken, um die Hotels doch noch zu füllen. Das könnte kurz vor dem eigentlichen Event auch gelingen.
Die Frage ist nur, ob Basel wie erhofft einen nachhaltigen Effekt aus dem ESC ziehen kann. Man wollte die Chance nutzen, die Stadt als touristisches Ziel auch für die Zeit danach bekannter zu machen.
Was den Gästen in diesem Fall bleibt, ist zunächst aber vor allem die Erinnerung an den Versuch, tief in ihre Brieftasche zu greifen. Das animiert nicht unbedingt zur Wiederholung.