Europa kann sich ohne die USA nicht verteidigen. Dieser Ansicht ist Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Damit stellt er sich gegen die in Brüssel und Paris kursierende Vorstellung, Europa könne seine militärische Sicherheit in absehbarer Zeit ohne die schützende Hand der Vereinigten Staaten gewährleisten.
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Wie aus Berichten über seinen Auftritt vor EU-Parlamentariern in der belgischen Hauptstadt hervorgeht, machte der Niederländer unmissverständlich klar, dass der Kontinent ohne den grossen Partner jenseits des Atlantiks schutzlos dastünde. «Träumen Sie weiter», erklärte Rutte. «Wir können es nicht.»
Während in Europa unlängst der Ruf nach strategischer Autonomie lauter wurde, führt Rutte den Parlamentariern die brutale Realität vor Augen: Ein Alleingang bedeutete den sofortigen Verlust des US-Atomschirms. Für dieses Szenario hatte Rutte nur einen zynischen Wunsch übrig: «Viel Glück.»
Rutte, der beim Weltwirtschaftsforum in Davos noch massgeblich zur vorläufigen Beilegung des Streits mit Trump beigetragen hatte, zerstörte auch die fiskalischen Träumereien der Autonomie-Befürworter. Statt der beim letzten Nato-Gipfel vereinbarten 5 Prozent müssten die Verteidigungsetats der Mitgliedstaaten auf 10 Prozent der Wirtschaftsleistung explodieren, wollte man die US-Feuerkraft adäquat ersetzen, so Rutte. Allein der Aufbau einer eigenen glaubwürdigen nuklearen Abschreckung würde «Milliarden und Abermilliarden Euro» verschlingen.