Traum von der konservativen Wende in Bukarest geplatzt. Trotzdem legen in Rumänien und Portugal Konservative zu. Und in Polen steht der rechtsnationale Karol Nawrocki im Schlussgang um die Präsidentschaft
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Traum von der konservativen Wende in Bukarest geplatzt. Trotzdem legen in Rumänien und Portugal Konservative zu. Und in Polen steht der rechtsnationale Karol Nawrocki im Schlussgang um die Präsidentschaft

Aus dem erhofften Erdrutschsieg wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen und schliesslich eine enttäuschende Niederlage.

Als die Wahlurnen in Rumänien schlossen, erklärte sich der nationalkonservative George Simion zum Wahlsieger. Ebenso sein Konkurrent Nicusor Dan, der linke Bürgermeister von Bukarest.

Das hatte man sich im konservativen Lager anders vorgestellt. «Wir werden einen Erdrutschsieg» erringen, zeigte sich George Simion im Interview mit der Weltwoche kurz vor Schliessung der Wahllokale überzeugt.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
Presidential candidate George Simion speaks to media after polls closed for the second round of the country's presidential election redo in Bucharest, Romania, Sunday, May 18, 2025
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Nun zitterte er in Rücklage.

«Die Diaspora!», lautete ab sofort die Losung. Die letzte Hoffnung für die konservative Wende in Rumänien ruhte auf den 1,4 Millionen Wählern in Westeuropa und den USA. Auf jenen also, die aus der Armut geflüchtet waren und sich nach einem wirtschaftlich starken und politisch souveränen Rumänien sehnen.

Doch auch ihre Stimmen reichten nicht für einen Sieg.

Derweil legte am Wochenende in Portugal die Rechte zu.

Die Regierungspartei, das konservative Bündnis «Demokratische Allianz» (AD), hat die vorgezogenen Parlamentswahlen für sich entschieden. Eine weitere Kraft sorgte für einen Rechtsruck. Die Rechtsaussen-Partei Chega hat mit rund 23 Prozent der Stimmen massiv zugelegt. Vor drei Jahren erst lag sie bei 7 Prozent.

Auch in Polen wurde gewählt. Im katholischen Stammland zieht der nationalkonservative Karol Nawrocki in die Stichwahl ein. In zwei Wochen wird er gegen den Pro-Europäer Rafal Trzaskowski antreten. Nawrocki will die Migrations- und Wertepolitik des scheidenden Staatschefs Andrzej Duda fortsetzen.

Zurück nach Rumänien. Dort hatte der nationalkonservative Senkrechtstarter George Simion im ersten Wahlgang die Konkurrenz deklassiert, triumphierte mit 41 Prozent der Wählerstimmen.

Nun die Niederlage. Was ist passiert?

Es kam zu einem ähnlichen Phänomen, wie wir es aus Frankreich kennen, wo im zweiten Wahlgang jeweils alle Parteien gegen Marine LePen mobilisiert hatten. In Rumänien schlossen sich die Simion-Gegner über die Parteigrenzen hinweg zusammen.

Nach dem Kantersieg im ersten Wahlgang schlug die Stunde der Warner. Sie schürten die Angst vor einem «Disruptor» Simion, der nach Vorbild Trumps gegen die Bürokratie vorgehen werde. Der aus der EU austreten und die Nato zurückbinden wolle.

Die Schwarzmaler fanden Gehör: Nach der ersten Wahlrunde ist die rumänische Währung gefallen, die Zinsen sind gestiegen. Dies befeuerte Ängste in dem hochverschuldeten Land.

Im Hauptquartier von Simions Partei, in den ehrwürdigen Hallen des rumänischen Parlaments, sprachen sich Abgeordnete und Parteigänger zu fortgeschrittener Stunde gegenseitig Mut zu. «Wir müssen in längerer Dimension rechnen», so ein Parteistratege. «Vor vier Jahren holten wir bloss 9 Prozent. Jetzt sind wir bei fast 50 – ein enormer Aufstieg.»

Trotzdem: Wie konnte sich Erdrutsch-Prophet Simion derart täuschen? Er verriet es nicht. Punkt Mitternacht trat er für 60 Sekunden vor seine Parteifreunde und verkündete mit geballter Faust: «Ich werde mit euch zusammen in allen Schlachten kämpfen, die vor uns liegen. Unsere Arbeit hat eben erst begonnen.»

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