Neue Daten aus Argentinien zeigten die «richtige Antwort auf Armut», schreibt die Washington Post. Der rasche Wandel von fast einem Jahrhundert Sozialismus hin zum freien Marktkapitalismus beweise weiterhin die Überlegenheit des Letzteren. «Es ist selten, dass wir ein derart radikales Experiment in Echtzeit miterleben dürfen. Es überrascht jedoch nicht, dass es funktioniert», so das Blatt.
Die Armutsquote sei in zwei Jahren von 53 Prozent auf 28 Prozent gesunken, wie jüngste Statistikdaten belegten.
Der «selbsternannte libertäre Präsident» habe die Bekämpfung der Hyperinflation zur Priorität gemacht, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Zu seinen Reformen gehörten die Streichung von Staatssubventionen und eine drastische Verkleinerung des öffentlichen Sektors, wodurch Argentinien erstmals seit 123 Jahren wieder einen Haushaltsüberschuss erzielt habe. Die Jahresinflationsrate sei von schwindelerregenden 200 Prozent bei Mileis Amtsantritt auf 33 Prozent im Februar gesunken.
Als Ökonom und als Schüler von Milton Friedman und Adam Smith habe Milei schon lange verstanden, dass Sozialismus zu Armut und Kapitalismus zu Wohlstand führe. Nach seinem überraschenden Wahlsieg habe er die sozialistische Vorherrschaft in Argentinien gebrochen und die Kettensäge in die Hand genommen, mit der er im Wahlkampf gegen den aufgeblähten bürokratischen Staat gewettert habe.
Dieser Einsatz habe sich ausgezahlt: Argentinien habe im vergangenen Jahr ein Wachstum von 4,4 Prozent gemeldet und sich rasch von einer kurzen Rezession im Jahr 2024 erholt. Milei werde sich mit den Folgen des Iran-Kriegs auseinandersetzen müssen, der die Preise weltweit in die Höhe treibe. Aber Institutionen wie der Internationale Währungsfonds prognostizierten, dass das Land auch 2026 und 2027 beeindruckende Wachstumsraten verzeichnen werde, die deutlich über dem Durchschnitt in Lateinamerika lägen.
Mileis nächste Schlacht werde die Arbeitslosigkeit sein. Der Abbau von mehr als 60.000 Stellen im öffentlichen Sektor habe zu einer höheren Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent beigetragen. Aber die Marktkräfte würden das Problem lösen, da ein expandierender privater Sektor Arbeitsplätze schaffe, die diese Arbeitnehmer auffangen könnten, so die Washington Post.