Deutschland verzeichnet auch 2025 mehr als 100.000 Asylerstanträge – und verfehlt damit klar das Ziel von Kanzler Friedrich Merz (CDU), die Zugangszahlen unter die Sechsstelligkeit zu senken. Nach Informationen der Zeitung Die Welt wurden bis Ende November 106.298 Erstanträge gestellt. Allein im November registrierten die Behörden 8311 Verfahren – nahezu auf dem Niveau der Vormonate.
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Im Oktober lag die Zahl noch bei 8823, was einem leichten Rückgang um 3,3 Prozent entspricht. Zuvor hatte es zwischen August und September einen sprunghaften Anstieg um 17 Prozent gegeben. Damit überschreitet Deutschland bereits zum dreizehnten Mal in Folge die Marke von 100.000 Asylanträgen pro Jahr.
Friedrich Merz hatte nach der Bundestagswahl im Gespräch mit Caren Miosga betont: «Das darf keine sechsstellige Zahl mehr sein.» Von einer «Asylwende» war die Rede. Nun zeigt sich: Das Ziel, die Migrationslage deutlich zu begrenzen, gilt damit als vorerst gescheitert.
Die Anerkennungsquote liegt 2025 bisher bei nur 27 Prozent. Das ist auch eine Folge davon, dass syrische Antragsteller seit dem Machtwechsel in Damaskus zunehmend seltener als schutzbedürftig anerkannt werden. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) plant daher, Abschiebungen nach Syrien wieder in grösserem Stil aufzunehmen. Laut Justiz wurden bereits einzelne Rückführungen von Gerichten als zulässig eingestuft.